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Wer ist Noah Di Bettschen?

Mit Kunst meine Bestimmung entdecken

Ich, Noah, bin 19 Jahre alt, angehender Künstler, und wohne in der Stadt Zürich. Ich habe mich schon immer irgendwie für Kunst interessiert, wenn ich als Kind ein Bild gesehen habe, war es wie ein Freund, eine Schöpfung aus einer komplett anderen Welt. Eine freie schöne Welt, wo alles beruhigend ist.

Die Kunstwelt ist für mich wie ein Gebäude mit vielen Stockwerken. Im Stockwerk 1 könnte es zum Beispiel um die Liebe in der Kunst gehen. Im Stockwerk 2 befinden sich die Künstler welche Trauer, Wut und Angst in Werken verarbeiten. Im Stockwerk 3 geht es um mutige Experimente und so weiter. Darum gefällt mir die Kunstwelt so, es hat für jeden einen Platz, für jeden ein Stockwerk. Und Darum mache ich das Ganze. Male diese Bilder und schreibe meine Zeilen, welche aus Herzschmerz, Angst, Wut, Liebe und Träumerei bestehen – etwas für jedes Stockwerk.

Aufwachsen…

Ich bin in einem kleinen Dorf im Kanton St.Gallen, in der Schweiz aufgewachsen, in dem man wenig Möglichkeiten hat, seine Träume zu verfolgen. In der Schule war ich immer ein Träumer, wollte mich immer von der Norm der Gesellschaft distanzieren, aus verschiedenen Gründen. Wie zum Beispiel aus Wut. Ich wollte rebellieren, aber dabei niemanden verletzen.

Zum Glück zog es mich durchs Skateboarden mit 14 Jahren jeden Tag nach der Schule nach Zürich, wo ich auch immer mehr Freunde bekam. Alle engen Freunde in Zürich zu haben und selbst das Landei sein, mit mehr Problemen als Freunde in der Schule machte das Gefühl, am falschen Platz im Leben zu sein noch stärker. Mit 16 Jahren habe ich im Nebendorf eine Lehre als Drucktechnologe begonnen. Es baute sich ein immer grösser werdender Frust auf in mir. Einfach dieses Gefühl in diesem Dorf, das mich anwiderte, wohnen zu müssen. Ich hielt das Dorfleben wirklich nicht mehr aus, und so habe ich die Ausbildung am 1ten Tag abgebrochen und lies meinen Frust im Dorf und zog nach Zürich, zu meiner ehemaligen Freundin. Es war nicht geplant, aber bei ihr wohnte ich fast 2 Jahre lang.

Ich suchte nach Jobs, aber nichts konnte ich wirklich aushalten, weil ich mich einfach selber nicht belügen kann. Ich kann nicht in den Spiegel schauen am Morgen und sagen ich gehe glücklich und motiviert ins Geschäft, wenn es nicht stimmt. Und dann erfuhr ich per Zufall etwas, was meine Welt einstürzen liess.

Meine Welt wurde auf den Kopf gestellt…

Im Alter von 5 Jahren verlor ich meinen Vater durch einen Unfall. Aber dann, als ich in Zürich versuchte meinen Lebenszweck zu finden, erfuhr ich, dass mein Vater 25 Jahre lang Heroinabhängig war. Dies gab mir Wut, Frust, Trauer, Angst, Hass und Schmerz, alles in einem. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Zitternd und schreiend lag ich im Bett und wusste nicht wie damit umgehen. Das Herz wurde im Nu zerissen und ich wurde durchgeschüttelt und dann ins kalte Wasser geschmissen. So fühlte es sich auf jedenfall an, auf einmal zuwissen wer mein Vater wirklich war. Er ist für mich kein Abschaum oder Versager, aber es war nicht das Bild, was ich von ihm hatte und zu wissen, dass er sein Leben lang leiden musste und diese viele Dinge erlebt hat, schmerzt noch heute. Ich wusste also nicht, wie ich mit diesen neuen Fakten umgehen sollte.

Da kam mir der Gedanke, mal zu Zeichnen. Und so hatte ich schon meine Therapie gefunden: mal all das rauszulassen und zu verarbeiten durch Kunst. Meine ganze Geschichte verbindet mich also mit der Kunst. Alle meine Werke, jedes einzelne ist mit tiefsten Gefühlen verbunden. Ich habe keine Probleme mich zu öffnen, gar keine, aber ich brauchte ein Vehikel, um diese zum Ausdruck zu bringen. All das bin «Ich», und das ist meine Kunst. Es sind ehrliche Schöpfungen, welche auf Emotionen basieren.

Künstler müssen sich bewusst sein, dass die Menschen, die die Schöpfung bewundern, sich inspirieren lassen können. Dass die Kunst, die sie betrachten sie beeinflussen kann – bewusst oder unbewusst.

Ich möchte mit meiner Kunst helfen und bewegen. Ich möchte helfen, und ich weiss ich kann das. Dazu muss meine Arbeit ehrlich und wahr sein. Ich bin viel verzweifelt, weil ich denke: „Man, Noah dich kotzt jeder Beruf an, was wird nur aus dir.“ Es schmerzt auch der Gedanke: „du bist ein fauler unmotivierter junger Mann, “ obwohl ich weiss, 100% von Herzen weiss, dass ich dies nicht bin. Denn Ich bin Tage und Nächte lang am Malen und Schreiben. Ich setze mich die ganze Zeit auseinander mit meinen Träumen. Viele sagten mir schon: „Noah, mach eine Pause, du studierst zu viel und zu schnell nach.“ Aber ich kann das nicht, es fühlt sich falsch an. Mir geht’s nicht ums Geld, ich will einfach nur Kreieren. In mir ist der Drang «es» was immer «es» ist, fliessen zu lassen. Zu schöpfen, zu kreieren, zu bewegen

Ich möchte etwas verändern, und zwar im positiven Sinne. Für mich, und dadurch für andere. Momentan mache ich meine Werke in meiner kleinen 1-Zimmerwohnung in Zürich. Der Platz ist gering aber meine Träume sind gross. Ich möchte Ideen, die mir im Kopf entstehen auch verwirklichen. Möchte Mut machen und eine Veränderung in die Welt bringen. Mein Stockwerk entwerfen, und dazu beitragen, dass auch andere ihre Welt finden, eine freie schöne Welt, wo alles beruhigend ist.