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Wie das Zeichnen mir hilft, zu heilen!

Als ich 3 Jahre alt war, hielt ich einen Bleistift in der Hand und es machte mich glücklich. Ich zeichne immer noch jeden Tag, jetzt einfach mit meinem Wacom-Tablet an meinem Computer. Ich mache Comics oder male Bilder an meiner Staffelei.

Mit 15 wurde ich fast jeden Tag ohnmächtig. Ich habe es mit einem Schulterzucken abgetan und auch meine Ärzte haben es nicht ernst genommen. Jetzt weiss ich, dass ich mehrere chronische Krankheiten habe, die es mir schwerer machen, in dieser Welt zu leben und zu streben. Trotz des Kampfes versuche ich, das Beste daraus zu machen und dabei hilft mir die Kreativität! Ich liebe das Zeichnen, weil es mir hilft zu heilen.  

Ich bin jetzt 25 Jahre alt und chronisch krank. Es fällt mir schwer, einen Tag ohne Nickerchen zu überstehen oder ohne Schmerzen zu gehen. Wenn ich aufstehe, staut sich das Blut in meinen Beinen und ich werde ohnmächtig. Zu viel Sitzen ist schmerzhaft, aber auch die Bewegung. Ich bettle hier nicht um Mitleid, ich möchte einfach erzählen, wie es ist.

Ich habe schon immer gezeichnet, seit ich mich erinnern kann. Doch seit meiner Diagnose ist das Zeichnen noch wichtiger geworden. Ich würde sogar wagen zu sagen: ‘Kreativität hilft mir zu heilen’.

Wie du dir vorstellen kannst, ist das Ganze auch für meine psychische Gesundheit schwer. Menschen in meinem Alter sollten in der Lage sein, zur Universität zu gehen oder einen Vollzeitjob zu machen, Sport zu treiben, die Welt und sich selbst ohne körperliche Einschränkungen zu erkunden. Diese Jahre sollten die Besten unseres Lebens sein. Doch ich kann nicht mithalten. Ich muss mich ausruhen, zum Arzt gehen, auf meine Ernährung achten, auf meinen Körper achten, meine Medikamente nehmen, meine Übungen machen und vieles mehr.

Ich trauerte und trauere manchmal immer noch um das Leben, das ich hätte haben können, ohne diese Krankheiten.

Die Trauer ist bekannt für ihre fünf Phasen: Verleugnung und Isolation, Wut (ooh und die Wut war schlimm!), Feilschen, Depression und schließlich Akzeptanz. Natürlich ersetzte das Zeichnen nicht den Therapeuten, aber es half. Wenn ich wütend war, setzte ich mich hinter meinen Schreibtisch und machte Comics darüber, dass meine Ärzte mir nicht zuhörten, oder darüber, dass ich mein Essen versehentlich anbrennen ließ, als ich schrecklichen Gehirnnebel hatte. Ich zeichnete alle meine Symptome, wie es sich anfühlte, wie es aussah, wie ich mir wünschte, es wäre nicht da. Es half mir, durch die fünf Phasen zu arbeiten und schließlich bei der Akzeptanz anzukommen. Das Zeichnen hat nicht nur mir geholfen, sondern auch anderen, zu verstehen, was ich durchmache. Wenn ich keine Worte fand, um zu erklären, oder nicht jammernd rüberkommen wollte oder einfach keine Energie hatte, konnte ich meine Zeichnungen zeigen. Es war ein Gesprächsersatz. Für mich machte das den ganzen Unterschied. In der Lage zu sein, mit meinen Gedanken und Gefühlen irgendwohin zu gehen, in der Lage zu sein, alles ohne Urteil zu erforschen, war ein größeres Geschenk, als ich jemals hätte ahnen können.

Ich zeichne immer noch, obwohl ich mich anderen Themen zugewandt habe. Es hilft mir immer noch, eine klarere Vision von dem zu bekommen, was ich denke, fühle und will. Es heilt mich immer noch in vielerlei Hinsicht und erweitert mein Verständnis, wer ich bin. Ich empfehle sehr, ein kreatives Ventil zu finden. Ob es nun Tanz, Musik, Kunst, Kochen oder Schreiben ist, spielt keine Rolle. Kreativität heilt ein Stück deiner Seele, wenn sie es am meisten braucht.

Von Ilse deCock